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Legende der Saarmedaille Alte Saar-Medaille Neue Saar-Medaille 1953-2003 Jubiläum 50 Jahre ARGE-SAAR

Die Geschichte einer
Medaille für Verdienste Am
18. Juni 1936 wurde die Stiftung der SAAR-Medaille auf Anregung des damaligen
Vorsitzenden vom Saarbrücker Verein, Eugen Weysser aus Bliesransbach, ins Leben
gerufen. Der Leiter des ARBED-Werkes Burbacher Hütte/Saarbrücken, Dr. Alphonse
Wagener, der auch ein begeisterter Saarsammler war, übernahm die Beschaffung
der Medaillen und machte sie den Philatelisten zum Geschenk. So zeigt die
Medaille auf der Vorderseite Teile des Hüttenwerkes wie es 1921 bestanden hatte
und als Motiv für die Marken des Saargebietes, Michel Nr. 69 und 97 sowie
118-121, Verwendung fand. Die Rückseite der Medaille verzeichnet im
Lorbeerkranz den Namen des Trägers und das Verleihungsjahr. Bis
zum Jahre 1942 wurden neun Philatelisten für ihre Verdienste um die
SAAR-Philatelie mit dieser Medaille ausgezeichnet (siehe „Träger der
Medaille“ im Kasten). Durch
die Kriegsereignisse waren sowohl der Prägestock als auch die noch nicht
vergebenen Medaillen verloren gegangen. Bei den Überlegungen für eine Neuprägung
entschied sich der Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes für die
Beibehaltung des früheren Entwurfs und die Ausführung in Bronze. Der
Nachfolger von Dr. Wagener im Amt als Leiter der Burbacher Hütte, Konsul
Nepper, setzte die Tradition des Werkes fort und ermöglichte die Neuprägung.
Die Herstellung wurde der Fa. L. Hoffstätter in Bonn-Beul in Auftrag gegeben. Der
Saarbrücker Verein übertrug die Verleihung der SAAR-Medaille Anfang 1955 an
den Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes, der in einer
gemeinsamen Sitzung mit dem Kapitel (Träger der Medaille) am 16. März des
gleichen Jahres eine Änderung der Verleihungssatzung vornahm. Danach sollten
in- und ausländische Philatelisten ausgezeichnet werde,
die sich durch wissenschaftliche Forschungen und publizistische Tätigkeit auf
dem Gebiete der Postwertzeichenkunde des Saargebietes und des Saarlandes,
einschließlich der Nebengebiete, besonders verdient gemacht haben. Nach
einer erneuten Satzungsänderung
im Jahre 1969 sollten auch Sammler ausgezeichnet werden können, die sich "durch
Zusammenstellung, Erhaltung und Zurverfügungstellung von besonders
umfangreichen und für die Forschung nutzbaren Saarsammlungen" verdient
gemacht haben. Grund für diese Satzungsänderung war, dass bereits zu dieser
Zeit große Saarsammlungen aufgelöst waren und damit den mit der Forschung
befassten Philatelisten nicht mehr zur Verfügung standen. Das
Verleihungskapitel bestand aus
dem Vorsitzenden des Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes, dem
Vorsitzenden des Vereins der Briefmarkensammler an der Saar Saarbrücken und den
Inhabern der Medaille. Die
alte Saar-Medaille
Träger der alten Saar-Medaille Verleihungsjahr In seiner Vorstandssitzung vom 8.
Dezember 1994 beschloss der Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes
den Verzicht auf das Stimmrecht bei der Vergabe der SAAR-Medaille und übertrug
diese
Rechte an den Vorstand der Arbeitsgemeinschaft SAAR. Die Arbeitsgemeinschaft
SAAR beschloss ihrerseits 1996 eine neue Satzung zur Verleihung Die
neue Saar-Medaille
Träger der neuen Saar-Medaille Verleihungsjahr Der Vorstand 2003
mit Ehrenvorsitzendem im Jubiläumsjahr
Grußwort
Meine sehr geehrten Damen
und Herren, es
freut mich sehr, Sie nicht nur als Bürgermeister unserer Gemeinde, sondern
auch als Schirmherr dieser nicht alltäglichen Ausstellung
begrüßen zu dürfen. Zunächst
möchte ich diese Gelegenheit zum Anlass nehmen, der Bundesarbeitsgemeinschaft
Saar e V., die in diesem Jahr
ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, sehr herzlich zu gratulieren. Mit dem SAAR -
Salon des Bundes Deutscher Philatelisten e. V. richtet die
Bundesarbeitsgemeinschaft Saar e. V. eine Veranstaltung in unserer Kommune aus,
deren Charakter von überregionaler Bedeutung ist und die nicht nur für Freunde
der Philatelie viel Interessantes zu bieten hat. Unter dem Titel des SAAR-Salons: "Unser Saar-Land im Wandel der Geschichte: Von der SAAR-Provinz zum
Bundesland, eine post- und zeitgeschichtliche Dokumentation" werden
Exponate der Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR e. V. ausgestellt, die von großer
historischer Bedeutung sind und viel über die geschichtliche Entwicklung
unseres Bundeslandes aussagen. Bei dieser Ausstellung soll die
Philatelie in die Geschichte, die Kultur und die täglichen Dinge unserer saarländischen
Heimat eingebunden werden. Damit über- nimmt die Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR
e.V. eine Aufgabe, die gesellschaftlich von großer Bedeutung ist. Nach dem
Besuch dieser Veranstaltung wird mancher Gast von dem Gebotenen überwältigt
sein und mehr Verständnis für Ereignisse der Vergangenheit, verbunden
mit Erfahrungen für die Gegenwart und Zukunft mit nach Hause nehmen. Mein
Dank und meine Anerkennung gilt den Verantwortlichen und den
Helfern, die durch viel Engagement zum Gelingen dieser Veranstaltung
beigetragen haben. Der Ausstellung wünsche ich
viel Erfolg. Eberhard Blaß Bürgermeister der Gemeinde Schwalbach
Grusswort Die
Arbeitsgemeinschaft SAAR im Bund Deutscher Philatelisten e. V. feiert in diesem
Jahr ihr 50 jähriges Gründungsjubiläum. Was liegt da näher als dieses Jubiläum
mit einem "SAAR-Salon" des Bundes Deutscher Philatelisten unter dem
Titel Unser Saarland im Wandel der Geschichte Von der SAAR-PROVINZ zum
Bundesland, eine post- und zeitgeschichtliche Dokumentation" gebührend zu
würdigen. Diese Initiative der Sammlerfreunde/innen der Arbeitsgemeinschaft
begrüße ich außerordentlich und heiße alle Teilnehmer und Besucher zu dieser
interessanten Veranstaltung herzlich willkommen. Die in über 200 Rahmen
gezeigten Exponate der SAAR-Philatelie zeigen sicher eine große Bandbreite von
der Vorphilatelie bis in die Saar-Markenzeit eines hochinteressanten und
geschichtsträchtigen Sammelgebietes, das in dieser Vielfalt sicher seit
Jahrzehnten nicht mehr zu sehen war und auch für die kommenden Jahre
zukunftsweisend sein wird Die Besucher können sich freuen auf eine
hervorragende und schöne Ausstellung, deren Exponate im Salon zeigen werden,
wie intensiv sich die Sammler/innen dieses Sammelgebietes mit der Postgeschichte
und den Marken des Saarlandes beschäftigt haben. Die Mitglieder dieser rührigen
Arbeitsgemeinschaft können mit Recht stolz auf die Präsentation dieses
SAAR-Salon sein Mit dieser Ausstellung werden auf anschauliche Weise Epochen und
Prozesse zeitgeschichtlicher Entwicklung dargestellt. Dies gilt sicher ganz
besonders für die Entwicklung der Saar-Philatelie in den vergangenen
Jahrzehnten. Dieser Saar-Salon zeigt auch wieder einmal mehr den interessierten
Besuchern mit wie viel intensiver Forschungsarbeit und Gewissenhaftigkeit
ernsthafte Briefmarken -sammler/innen zu "Spuren sichereren der
Geschichte" werde. Die Besucher werden sich überzeugen können, dass jedes
geschichtliche Ereignis, aber auch ganze Epochen philatelistisch in lebendiger
Weise dargestellt werden können Ich würde mich freuen, wenn diese Ausstellung
auch manchen Besucher anregen würde, sich in ähnlicher Weise mit dem
Briefmarkensammeln zu beschäftigen. Den Ausstellern danke ich besonders für
die Zurverfügungstellung der großartigen Exponate. Diese Sammlungen werden
sicher auf großes Interesse stoßen und zum Erfolg der Ausstellung entscheidend
beitragen. Diesen Erfolg wünsche ich natürlich auch allen Beteiligten sowie
allen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft SAAR bei ihrer gemeinsamen Tätigkeit. Dieter Hartig Präsident des Bundes
Deutscher Philatelisten Grusswort Ein
50jähriger Geburtstag ist ein Ereignis, das gefeiert werden muss! Im leben
eines Menschen hat er eine ganz besondere Bedeutung, denn man weiß, dass mehr
als die Hälfte dessen, was man zu erwarten hatte, vorbei ist. Ein 50.
Geburtstag ist nur ein Grund zum Anlass zu reiner Freude, auch Nachdenklichkeit
kommt ins Spiel, denn nur in ganz wenigen Ausnahmefällen kann jemand 50 Jahre
später noch einmal Geburtstag feiern. Im leben eines Verbandes oder Vereins zählt
eine andere Zeitrechnung. Hier zählt der 50. Geburtstag zu den .grünen
Geburtstagen, wenn ich mich einmal so ausdrücken darf. 50 Jahre sind für einen
Verein kein Alter! Er ist noch jung. Der Geburtstag einen Vereins oder in diesem
Fall unserer Arbeitsgemeinschaft SAAR ist
vergleichbar mit dem 21. Geburtstag eines Menschen. Die „wilden“ Jahre sind
vorbei, die ARGE SAAR hat sich manifestiert, etabliert, ist zu einer festen
Einrichtung geworden, hat sich einen Namen gemacht und einen gewissen Ruf
erworben. Der 50 Geburtstag der ARGE SAAR wird vom 11 bis 13. April 2003 im Haus
für Kultur und Sport in Hülzweiler mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert.
Dem rührigen Vorstand um seinen Vorsitzenden Dieter Jungfleisch und dem Geschäftsführer
Josef Strauß möchte ich meinen persönlichen Dank und Anerkennung für die
mustergültige Veranstaltung aussprechen. Der Landesverband der
Briefmarkensammler des Saarlandes gratuliert der ARGE SAAR recht herzlich und wünscht
sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit zum Wohle aller Briefmarkensammler. Für
die großzügige Unterstützung darf ich dem Präsidenten des Bundes Deutscher
Philatelisten, Herrn Dieter Hartig, recht herzlich danken. Danken möchte ich
auch dem Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit im Bund Deutscher Philatelisten,
Herrn Rainer Wyszomirski, der den Organisationsausschuss fachmännisch beraten
hat. Ein besonderer Dank entbiete ich dem Koordinator Südwest Erlebnis
Briefmarke der Deutschen Post, Herrn Gerwin Hochkirch, der die Veranstaltung mit
seiner Mannschaft begleitet. Ich wünsche dem Veranstalter, dass das
selbstgesteckte Ziel erreicht wird. Den Besuchern einige lehrreiche Stunden in
Sachen Philatelie und Informationen über die vielfältigen Erholungsmöglichkeiten
im Saarland. Manfred
Schmitt Vorsitzender
des Landesverbandes der Briefmarkensammler des Saarlandes
Grußwort Als 1. Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Saar begrüße
Ich alle Freunde der Philatelie, insbesondere der Saar-Philatelie, wie auch alle
Besucher aus Nah und Fern hier in Hülzweiler auf das Herzlichste, Mein
besonderer Gruß geht an die Vertreter unserer Dachorganisation, des BDPh, an
der Spitze Präsident Herrn Dieter Hartig, den 1. Vorsitzenden des
Landesverbandes der Briefmarkensammler des Saarlandes und Ehrenvorsitzenden der
Arge SAAR Herrn Manfred Schmitt mit seiner Mannschaft sowie an die Vereine
unseres Landesverbandes. Das Sammeln von Saar-Briefmarken und die Beschäftigung
mit der Saar. Philatelie waren der Anlass für die Gründerväter unserer Arge,
diese im Jahre 1953 ins Leben zu rufen. Die Sammlerfreunde Dr. H Schneider, P
Seguy, E Overmann und G Bentz, um nur einige zu nennen, wussten, dass nicht nur
das Zusammentragen von Briefmarken und Belegen den Sinn des Sammelns ausmacht
Nur im Verein, speziell in Arbeitsgemeinschaften reift der Briefmarkensammler
zum Philatelisten Hier entwickelt er Wissensdurst uns Forschungsdrang im Kreise
Gleichgesinnter. Das Jubiläum 50 Jahre Bundesarbeitsgemeinschaft
Saar legt Zeugnis ab von sinnvoller Freizeitbeschäftigung mit der Philatelie
und der Postgeschichte unseres Bundeslandes. Die Höhepunkte aufzuzählen fällt
leicht . Zu nennen sind u.a. die
Saar. Sonderschauen zur SABRIA 1970, zu den Bundes- und Philatelistentagen 1991
in Saarbrücken und 1998 in Zweibrücken ebenso wie die Veröffentlichung von 24
Handbuchfolgen, 11 Sonderdrucken und mittlerweile 82 Rundbriefen! Unser Jubiläum
in diesem Jahr mit dem SAAR-Salon des BDPh schließt hier nahtlos an Mein, unser
Dank an dieser Stelle geht an Herrn Bürgermeister Eberhard Blaß und die
Gemeinde Schwalbach, die teilnehmenden saarländischen Museen, an den Bund
Deutscher Philatelisten sowie an alle Aussteller. Ohne Ihre Beteiligung wäre eine Ausstellung in dieser Form
nicht möglich . Dieter
Jungfleisch 1.
Vorsitzender der
Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR 50
Jahre ARGE SAAR - Ein Fest der Saar-Philatelie 11.-13.
April 2003 in Schwalbach-Hülzweiler Ein
umfangreiches Ausstellungsprogramm quer durch die Geschichte des Landes an der
Saar von den Kelten und Römern bis in die heutige Zeit war der Rahmen für die
Präsentation von 500 Jahren saarländischer Postgeschichte. Anlass war das 50-jährige
Jubiläum unserer Arbeits- und Forschungsgemeinschaft Saar e.V.
im Bund Deutscher Philatelisten.
Kernstück
war der „Saar-Salon“ des BDPh, die höchste Ausstellungsklasse außer
Wettbewerb. Hier wurden unter dem Thema „Unser Saar-Land im Wandel der
Geschichte: Von der Saar-Provinz zum Bundesland. Eine post- und
zeitgeschichtliche Dokumentation“ auf 216 Rahmen saarländische Postgeschichte
in Briefen, Poststempeln und Briefmarken von der Vormarkenzeit über die preußische,
bayerische und Reichspost bis hin zu den wunderschönen Briefmarken der
Saar-Post gezeigt, geradezu alles, was das Sammelgebiet
„Saar“ aufzuweisen hat. Ergänzt wurde dieser Salon durch eine weitere Saar
- Briefmarkenschau und einen Ein-Rahmen-Wettbewerb mit Saar-Sammlungen. An
einer darin eingebetteten landesgeschichtlichen Schau beteiligten sich das Römermuseum
Reinheim mit einer Werkstatt und das Schmiede- und Schlossermuseum Schwalbach
mit einer Feldschmiede, Werkzeugen und Waagen.
Das Heimatmuseum Warndt stellte
außer Literatur auch Exponate zur Glasproduktion und Modelle aus dem regionalen
Eisenbahnverkehr vor, u.a. den Geislauterner Dampfwagen. Das Grubenmuseum
Bexbach zeigte die Entwicklung des Geleuchts im Bergbau und einen Bergmann aus
preußischer Zeit. Mit einer Turmuhr von 1769 und Uhrmacherwerkzeug war das
Uhrenmuseum Köllerbach vertreten und das Zollmuseum Habkirchen zeigte
Zollschilder, Hoheitszeichen und Uniformen. Mittendrin standen ein TAS-Motorrad
von 1927 und auch eine „Ente“:
der legendäre „Citroen 2 CV“. Dieses Gefährt schmückt auch den
Sonderstempel der Deutschen Post. Wer verkosten wollte, wie das Erbe der
Vorfahren heute noch schmeckt, konnte diese Köstlichkeiten an einem Stand mit
saarländischen Weinen ausprobieren. Dazu erzählten Sammlungen von Briefmarken
und Ansichtskarten vom Bergbau und Hüttenwesen an der Saar. Eine umfangreiche
Dokumentation unseres Mitglieds Walter Gill zur saarländischen Geschichte
zwischen 1920 und 1959 wurde ergänzt durch Bilder und Dokumente zur
Ortsgeschichte von Hülzweiler, das sein 850-jähriges Jubiläum feierte. Eine
Schatzkammer präsentierte die „Königin
der Saarbriefmarken“, die 20-Mark-Bayern-Sarre von 1920 mit ihren
„Geschwistern“, der 5 M und 10 M im Viererblock. Dazu ein Exemplar der „Gscheidle-Marke“
von 1980.
Bereits
am Eröffnungstag übergab Herr Ministerialdirektor Karl Kühn vom zuständigen
Bundesfinanzministerium in einer vom Männerchor Hülzweiler musikalisch
gestalteten Feierstunde Mappen mit den ersten Bogen des Sonderpostwertzeichens
„Europa 2003 - Poster Art“ an den Chef der saarländischen Staatskanzlei
Herrn Staatssekretär Karl Rauber. So viel Politprominenz gab es noch nie bei
einer Veranstaltung der Saarländischen Philatelisten. Anwesend waren außerdem
Landtagsvizepräsident Kurt Schoenen, Landrat Dr. Winter, Abt.-Ltr. Prof. Dr.
Moll, die Europaabgeordneten Doris
Pack und Jo Leinen, dazu die Landtagsabgeordneten Monika Bachmann, Petra Scherer
und Cornelia Hoffmann-Bethscheider.
Rote bzw. grüne Mappen mit den neuen Marken erhielten u.a. der Präsident des
BDPh Dieter Hartig, der Vorsitzende des LV Saar Manfred Schmitt und der Vizepräsident
der FIP Josef Wolff. Weiße Mappen gingen an Prof. Christof Gassner, Darmstadt,
der den Entwurf der Marke lieferte, sowie
u.a. auch an die Arge-Saar-Mitglieder Dieter Jungfleisch, Kurt Schubert, Günter
Formery, Hermann Holz, Josef Strauß und Josef Peter. Im
Rahmenprogramm hielt die Arge Saar ihre Mitgliederversammlung ab und
feierte ihren 50. Geburtstag mit einem Festabend, zu dem der bekannte
saarländische Historiker Prof. Dr.
Hans Walter Hermann den Festvortrag hielt: „Die Geschichte der Saar von
1920-1959 unter Berücksichtigung der Philatelie“. Konsul Hermann Walter
Sieger aus Lorch wurde in diesem festlichen Rahmen für seine Verdienste um die
Saar-Philatelie die Saar-Medaille überreicht. Diesen
großartigen Rahmen nahm der Landesverband der Briefmarkensammler des Saarlandes
am Sonntagmorgen zum Anlass für seinen 55. Landesverbandstag, der neben den Regularien auch Nachwahlen zum Verbandsvorstand brachte.

1.
Georg Reinhard
Saarbrücken
1936
2.
Phillip Roth
Saarbrücken
1936
3.
Belini (Pseudonym f.
Lucien Bucherer) Metz
1936
4.
von Rudolphi
Berlin
1937
5.
Wilhelm Schupp
Saarbrücken
1938
6.
Dr. Hermann
Saarbrücken
1939
7.
Dr. med. Herbert Dünnebier
Saarbrücken
1940
8.
Eugen Weysser
Bliesransbach
1941
9.
Dr. med. Emil
Idar-Oberstein
1942
10.
August Maria
St. Wendel
1955
11.
Mrs. Doris Green
London
1955
12.
Ernst Overmann
Duisburg
1957
13.
Pierre Seguy
Saarwellingen
1958
14.
Karl Kuhn
Saarbrücken
1958
15.
Dr. Heinrich Schneider
Saarbrücken
1966
16.
Ernst Schilly
Saarbrücken
1970
17.
Dr. Edmond Lebis
Potigny
1970
18.
Fritz Troost
Stuttgart
1970
19.
Günther Bentz
Wadgassen
1971
20.
Kurt Schubert
Völklingen
1972
21.
Alfred Burger
Liestal/Schweiz
1973
22.
Herbert Burgun
Wadgassen
1977
23.
Walter Marchlewski
Dillingen
1980
24.
Klaus Hoffmann
Hülzweiler
1985
25.
Dr. Jürgen Dahlström
Marburg
1987

1.
Günther Bentz
Wadgassen
1997
2.
Detlef Glockmann
Ingweiler
1997
3.
Dieter Jungfleisch
Völklingen
1999
4.
Günter Formery
Klarenthal
2001
5.
Manfred Schmitt
Lebach-Falscheid
2001
6.
Konsul Walter Sieger
Lorch
2003
7.
Kurt Schubert
Püttlingen
2007
8.
Klaus Brodowski
Hamburg
2008
9.
Walter Ebeling
Hannover
2008












Der
Saar-Salon bot auch den Rahmen für zahlreiche Ehrungen verdienter Persönlichkeiten
Saar-Medaille
Im
Verlauf des Festabends zum 50-jährigen Jubiläum der ARGE SAAR
wurde Herrn Konsul Hermann Walter Sieger aus Lorch die Saar-Medaille verliehen. In seiner Laudatio würdigte der
Vorsitzende des LV-Saar und Ehrenvorsitzende der Arge Saar Manfred Schmitt die
Verdienste des Geehrten. Bereits Anfang der 50er Jahre hat er als zuständiger
Sachbearbeiter im Michel-Katalog seine Liebe zur Saarphilatelie entdeckt. Auch
als Berufsphilatelist hat er danach ständig für das Sammeln von Saarmarken
geworben und zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen des LV Saar unterstützt.
Während
des 55. Landesverbandstags der Briefmarkensammler des Saarlandes wurden weitere
Ehrungen ausgesprochen:
Verdienstnadel des BDPh in Vermeil
Dem
Vizepräsidenten der FIP und Präsidenten des Luxemburger Philatelistenverbandes
Josef Wolff wurde für seine
Verdienste um die deutsche Philatelie die Verdienstnadel des BDPh in Vermeil
verliehen. Gewürdigt wurde damit sein ständiges Bemühen um eine grenzüberschreitende Förderung der Philatelie. Trotz hoher
Ämter ist es ihm auch nicht zu viel im LV Saar bei Ausstellungen als Juror tätig
zu sein. Die Ehrung nahm der Präsident des BDPh Herr Dieter Hartig vor.
Ehrenmitgliedschaft
des Landesverbands Saar
Für
ihre Verdienste um die saarländische Philatelie und deren Förderung wurden
zwei Persönlichkeiten mit der Ehrenmitgliedschaft des Landesverbands Saar
ausgezeichnet: Der Schirmherr der Veranstaltung und erste Bürger der Gemeinde
Schwalbach Herr Bürgermeister Eberhard
Blaß erhielt diese Auszeichnung für die hilfreiche Unterstützung von
Ausstellungen des BDPh und des Landesverbands Saar, insbesondere der SAMOLUX’
01 und auch jetzt wieder des SAAR-SALONS, durch Bereitstellung kommunaler
Einrichtungen. Überrascht war auch der BDPh-Ressortchef Öffentlichkeitsarbeit Reiner
Wyszomirski über die ihm angetragene Ehrenmitgliedschaft im Landesverband
Saar. Sie wurde ihm für die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem
LV-Saar seit der Veranstaltung zum Tag der deutschen Einheit 1991 in Saarbrücken
bis hin zum
SAAR-SALON 2003 ausgesprochen. Beiden wurde hierzu eine kunstvoll
gestaltete Ehrenurkunde überreicht.
Verdienstnadel
des LV-Saar in Gold
Dem
Präsidenten des BDPh Herrn Dieter Hartig
wurde gleichfalls eine besondere Ehre zuteil. Für seine besondere Unterstützung
und Wertschätzung der Arbeit des LV Saar wurde ihm die Verdienstnadel des
Landesverbands der Briefmarkensammler des Saarlandes in Gold verliehen.
Ehrenbuch
verdienter
Philatelisten des LV Saar
Auf
Vorschlag des LV-Vorstands und durch einstimmigen Beschluss der Delegierten des
55. Landesverbandstags wurde das Vorstandsmitglied der ARGE SAAR Josef
Peter in das Ehrenbuch verdienter Philatelisten des LV Saar aufgenommen. Gewürdigt
wurde damit die mehr als 20-jährige Leitung der Briefmarkenfreunde
Schiffweiler, seine Mitarbeit und publizistische Tätigkeit in mehreren
Arbeitsgemeinschaften und seine langjährige erfolgreiche Ausstellertätigkeit.
Festvortrag (Auszug)
Prof. Dr. Hans-Walter Herrmann
Saarländische Geschichte von 1920-1959 im Spiegel von Briefmarken
Der Staat besaß lange Zeit das Monopol, bestimmte
Gegenstände, vornehmlich Briefe und Pakete, zu befördern und Gebühren dafür
zu erheben. In der älteren staatsrechtlichen Terminologie wird dieses Recht
"Postregal" genannt und damit durch den zweiten Bestandteil des
zusammengesetzten Hauptwortes ,,-regal" auf ein ursprünglich dem Königzustehendes
Vorrecht zurückgeführt. Bei republikanischen Staatsverfassungen des 20.Jhs.
sprach man nicht mehr vom "Postregal", sondern von der
"Posthoheit". Die Wahrnehmung und Ausübung einer staatlichen
Posthoheit erfordert eine mehrstufige Verwaltungsorganisation, angefangen von
einem für Postangelegenheiten zuständigen Ministerium, über Mittelbehörden
- meist Post- oder Oberpostdirektionen genannt -
bis hin unter zu den einzelnen Postämtern und Postagenturen mit
lokal eng begrenztem Einzugsbereich. Eine detaillierte Geschichte staatlicher
Postverwaltung entspräche nicht der Thematik meines Referates. Mit meinen
Einleitungssätzen will ich nur die Zuständigkeit des Staates für das
Postwesenansprechen. In Anbetracht der engen Beziehung zwischen Post und Staat
ist es selbstverständlich, dass sich die Post und ihr äußeres
Erscheinungsbild bis hin zu den Postwertzeichen änderte, wenn die Staatsform
sich änderte, aus einer Monarchie eine Republik wurde und wenn die staatliche
Zugehörigkeit eines Gebietes sich änderte. Bezogen auf mein Thema heißt das:
Die Philatelie bekam in der saarländischen Geschichte erst dann besondere
Bedeutung, ja sogar eine eigene Ausprägung, als die Zugehörigkeit des
Industriereviers an der mittleren Saar und seiner Arbeiterwohngebiete zum
deutschen Staatsverband unterbrochen, die Hoheitsrechte des deutschen
Gesamtstaates und einzelner seiner Länder ruhten oder suspendiert waren. Dies
war im 20.Jh. in zwei Zeitabschnitten der Fall:
-
zwischen 1920 und 1935, als das Saargebiet unter Mandatsverwaltung des
Völkerbundes stand,
-
von 1947 bis 1959, als das halbautonome Saarland in einer Wirtschafts- und Währungsunion mit Frankreich verbunden war.
Diese beiden Zeitabschnitte sollen skizziert und dabei
auch ein Blick auf die postalischen und philatelistischen Auswirkungen geworfen
werden.
1.
Unter der Verwaltung des Völkerbundes
Die Abtrennung des auf
Kohle und Stahl basierenden Saarindustriereviers vom Deutschen Reich und seine
Verwaltung als Mandatsgebiet des Völkerbunds ist
ein Ergebnis des Ausgangs des Ersten Weltkriegs. Schon während des Kriegs, erst
recht aber nach dem Sieg über Deutschland war eines der Kriegsziele Frankreichs
die Verschiebung seiner Ostgrenze in Richtung auf den Rhein. Begründet haben
dies die französischen Politiker bei den Friedensverhandlungen gegenüber ihren
Alliierten mit historischen und wirtschaftlichen Argumenten.
Im
zweiten Pariser Friedensvertrag vom 20. November 1815, nach der endgültigen
Ausschaltung Kaiser Napoleons I. aus der europäischen Politik, waren Gebiete,
die aufgrund völkerrechtlich anerkannter Verträge seit dem späten 17.Jh. zu
Frankreich gehört hatten, nämlich das linke Saarufer vom Westrand des Warndts
bis zur Saarschleife, einschließlich der zu Zeiten König Ludwigs XIV. erbauten
Festung Saarlouis, und ein größerer Brückenkopf auf dem rechten Saarufer
(Fraulautern, Roden, Dillingen) von Frankreich abgetrennt und Preußen
zugewiesen worden. Eine Revision dieses Vertrags war in der französischen
Politik und Publizistik zwischen 1830 und den späten 1860er Jahren wiederholt
angesprochen worden, seit 1871 dann hinter der Forderung der Rückgewinnung Elsaß-Lothringens
zurückgetreten. Aus französischer Sicht war wesentlich, dass dieses Gebiet
schon vor Ausbruch der Revolution (1789) mehrere Jahrzehnte lang innerhalb der
Grenzen Frankreichs gelegen hatte, die Deutschsprachigkeit der dort wohnenden
Bevölkerung war aus französischer Sicht zweitrangig, bis 1871 lagen ja auch
das fast ganz deutschsprachige Elsaß und
das östliche
Lothringen innerhalb
der französischen
Staatsgrenzen. Die Sprachenfrage wurde damals von Politikern nur dann
hochgespielt, wenn damit expansive Ambitionen motiviert werden konnten. Seit dem
Beginn der Hochindustrialisierung im letzten Drittel des 19. Jhs. hatten sich
enge Verbindungen, - manche sprechen sogar von einer Symbiose - zwischen saarländischer
Kohle und lothringischem Erz, Minette genannt, ergeben. Da die lothringischen Hüttenwerke
1918 durch die Rückgewinnung Elsaß-Lothringens wieder dem französischen
Wirtschaftsraum eingefügt wurden, war für sie eine ausreichende
Kohlenversorgung von existentieller Bedeutung, und da Frankreich geringere
Steinkohlenvorräte als Deutschland besaß und die Bergwerke in Nordfrankreich
im Krieg
in hohem
Grad zerstört
oder beschädigt
worden waren, richtete sich
die französische Begehrlichkeit auf die Saargruben. Die französischen Wünsche
nach Annektierung des Saarreviers lehnten seine Alliierten ab, erkannten aber
den Reparationsanspruch an, indem sie Frankreich das Eigentum an allen
fiskalischen und privaten Steinkohlenbergwerken im Saarrevier übertrugen. In
Verbindung damit schien es tunlich, das Industriegebiet selbst und seine Bewohner
nicht unter deutscher Verwaltung zu belassen. Daher konzipierten die Siegermächte
das Modell einer fünfzehnjährigen Sonderverwaltung durch eine internationale fünfköpfige
Regierungskommission. Während dieser Zeit sollten die Souveränitätsrechte des
Deutschen Reiches, Preußens und Bayerns ruhen, nach Ablauf der 15 Jahre die Bevölkerung
in einer Volksabstimmung über ihre künftige staatliche Zugehörigkeit
entscheiden. Dieses Saarstatut wurde Bestandteil des Friedensvertrags zwischen
den Alliierten und dem Deutschen Reich, er wurde am 28. Juni 1919 im Schloss
Versailles unterzeichnet, daher "Versailler Vertrag" genannt, während
die Verhandlungen in Paris geführt worden waren. In Kraft trat er erst am 10.
Januar 1920, nachdem alle beteiligten Staaten ihn ratifiziert hatten. Schon Ende
November 1918 war eine französische Militärregierung mit Zuständigkeit für
die linksrheinischen Reichsgebiete zwischen Mosel und Lauter installiert worden.
Sie verstand sich als Kontrollinstanz der fortbestehenden deutschen Behörden,
also auch der Postverwaltungen. Postalisch gesehen war das Saarindustrierevier
nicht einheitlich strukturiert. Die bisher preußischen Kreise Merzig,
Saarlouis, Ottweiler, St. Wendel und Saarbrücken sowie die kreisfreie Großstadt
Saarbrücken lagen im Dienstbereich der Reichspost, die drei Bezirksämter
St.lngbert, Homburg und Zweibrücken in dem der bayerischen Post. Erinnern wir
uns, dass bei der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 den beiden Königreichen
Bayern und Württemberg Eigenständigkeit im Verkehrswesen einschließlich der
Posthoheit zugestanden worden war. Dementsprechend waren hier teils die
Germania-Marken der Reichspost, teils die bayerischen Briefmarken mit dem Bild
des inzwischen abgedankten Königs Ludwigs III. im Umlauf.